ÜBER JOSE RIZAL


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dr. Helmut Kohl, in seiner großen Rede 1996 als Bundeskanzler, über Jose Rizal:

 

Ich denke dabei an die dichterische Kraft José Rizals, Bienvenido Santos, oder von Sionil José. José Rizal - der große Sohn dieses Landes, dessen Denkmal ich soeben besucht habe - hat diese Faszination und seine Liebe für sein Land und die Menschen hier in seinem Hauptwerk "Noli Me Tangere" eindrucksvoll beschrieben.

Er bereiste Europa und studierte unter anderem in Madrid, Paris, Berlin und an meiner Heimatuniversität Heidelberg.

Durch sein Studium und sein persönliches Erleben war er Europa eng verbunden.

Zugleich galt seine Arbeit und sein Streben immer seinem Vaterland, den Philippinen.

Rizal übersetzte, als er in Deutschland lebte, Schillers "Wilhelm Tell" in seine Landessprache - ein Drama über die Freiheit und über die nationale Unabhängigkeit.

 

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José Protacio Mercado Rizal y Alonso Realonda (* 19. Juni 1861 in Calamba City auf Luzon; † 30. Dezember 1896 in Manila) war ein philippinischer Schriftsteller, Patriot, Arzt und Freimaurer, dessen Leben und literarisches Werk eine Inspiration für die philippinische Unabhängigkeits-bewegung darstellte u. a. der Katipunan. Er ist der Nationalheld der Philippinen.

 

Rizal unternahm ausgedehnte Reisen nach Belgien, England, Frankreich, Hongkong, Japan, Schweiz, Spanien, Österreich-Ungarn und durch die USA. Er hat auch längere Zeit in Deutschland gelebt und in Heidelberg mit Erfolg Medizin studiert. In Wilhelmsfeld nahe Heidelberg findet sich ein ihm gewidmetes Denkmal. Er hat in Ulm Kinderbücher illustriert u. a. die Neuillustration der „Max und Moritz“-Geschichten, sowie Schillers Wilhelm Tell in die philippinische Landessprache Tagalog übersetzt. Befreundet war er mit einem der besten Kenner der Philippinen, mit Ferdinand Blumentritt in Leitmeritz, und wurde 1887 Mitglied der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte.

 

 

 

 

 

 

Familiengeschichte

 

Rizal war das siebte von elf Kindern von Francisco Rizal Mercado und Teodora Alonso und wurde in der Stadt Calamba in der Provinz Laguna geboren. Rizal galt als chinesischer Mestize, da er in fünfter Generation von Domingo Lam-co abstammte. Jener wanderte aus der Fujian-Provinz von China Ende des 17. Jahrhunderts auf die Philippinen ein, heiratete die chinesische Mestizin Inés de la Rosa und ließ sich als Händler nieder. Lam-co musste aufgrund eines Erlasses des Generalgouverneurs einen spanischen Nachnamen wählen und wählte den Nachnamen „Mercado“, was „Markt“ besagte und auf seine berufliche Tätigkeit hinwies. Rizals Mutter Teodora war die Tochter der Enkelin Lam-cos (Brígida de Quintos) und eines spanisch-philippinischen Mestizen (Lorenzo Alberto Alonso).

 

Ab diesem Zeitpunkt lebte die Familie unter dem Nachnamen Mercado. José Rizal behielt diesen Namen bei, bis er sich im Ateneo Municipal de Manila einschrieb. Nachdem sein älterer Bruder Paciano Rizal Mercado aufgrund seiner Verbindungen zum hingerichteten philippinischen Priester José Burgos Ärger mit der spanischen Kolonialregierung bekam, überredete dieser seinen jüngeren Bruder, seinen Nachnamen in „Rizal“ (grün wie ein Reisstiel) zu ändern, um nicht die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich zu ziehen.

 

Ausbildung

 

Rizal reiste nach Manila ab, um in Ateneo Municipal de Manila (nun Ateneo de Manila University) zu studieren, wo er 1877 den Titel eines Bakkalaureus der philosophischen Fakultät (Abitur) errang und von Ambrosio Rianzares Bautista unterstützt wurde. Er setzte seine Ausbildung in Ateneo fort, um Landvermesser zu werden und schrieb sich gleichzeitig in der Universität Santo Tomás für die Fächer Literatur und Philosophie ein. Als er erfuhr, dass seine Mutter erblindet war, entschloss er sich, Medizin zu studieren, doch brach er sein Studium ab, da er sich durch die Priester an der Universität diskriminiert fühlte. Er beendete sein Medizinstudium stattdessen an der Universidad Central de Madrid in Spanien, wohin er zwischendurch abgereist war, und erhielt die Abschlussnote „ausgezeichnet“. Er zog danach nach Paris und spezialisierte sich in einer Augenklinik als Ophthalmologe. Danach zog er nach Heidelberg, wo er als Mitarbeiter des renommierten Ophthalmologen Otto Becker Augenheilkunde praktizierte.

 

Bei seinem Aufenthalt in London wurde er besonders unterstützt von seinem Freund und häufigen Gastgeber, dem Oberbibliothekar der India Office Library, Reinhold Rost, der sich u. a. beim spanischen Königshaus für seine Heimkehr einsetzte.

Rizal wurde 1884 in den Freimaurerbund aufgenommen, seine Loge war die Acacia-Loge Nr. 9 in Madrid.

1892 gründete er die philippinische Loge La Liga Filipina.

 

 Werke und Erbe

 

Rizals Bücher, vor allem sein berühmtestes Werk Noli me tangere (Rühre mich nicht an), das 1887 in Berlin auf Spanisch herausgegeben wurde, übten Kritik am herrschenden gesellschaftspolitischen System und vor allem am Machtmissbrauch der römisch-katholischen Kirche und der spanischen Priester und Mönche. In Noli me tangere werden Korruption, Landraub und sogar sexueller Missbrauch einheimischer Frauen durch spanische Mönche dargestellt oder angedeutet. In seinem zweiten und dramatischeren Werk El filibusterismo (Der Aufruhr), das auf dem ersten aufbaut und 1891 in Gent (Belgien) herausgegeben wurde, geht es um den allgemeinen Aufruhr und die Unzufriedenheit gegenüber der spanischen Kolonialmacht. Damit geriet der aus einer wohlhabenden, chinesisch-mestizischen Familie stammende Rizal in Opposition zur herrschenden spanischen Obrigkeit. Bildung und Wissen galt auf den kolonialen Philippinen als lebensgefährlich, vor allem gegenüber der mächtigen römisch-katholischen Kirche und den spanischen Mönchsorden – seine Werke waren ausdrücklich verboten. Er setzte auch der hingerichteten GOMBURZA-Gruppe ein literarisches Denkmal.

 

Er war führendes Mitglied der Propaganda-Bewegung philippinischer Studenten in Europa und schrieb für deren Zeitung La Solidaridad politische Artikel. Unter anderem verlangte er, dass die Philippinen zur spanischen Provinz werden, philippinische Sitze im spanischen Parlament (Cortes), den Ersatz spanischer Priester auf den Philippinen durch Einheimische, Rede- und Versammlungsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz für alle Einwohner der Philippinen. 1892 kehrte er aus Europa auf die Philippinen zurück und gründete die reformistische Liga Filipina, die jedoch sofort vom spanischen Gouverneur aufgelöst wurde.

 

Seine Werke Noli me tangere und El filibusterismo wurden erst durch den bekanntesten Tagalog-Dichter Patricio G. Mariano in das Tagalog übersetzt; 17 bzw. 20 Jahre nach dessen Tod und größeren Bevölkerungskreisen zugänglich gemacht.

 

Verurteilung und Hinrichtung

 

Infolge seiner politischen Aktivitäten gegen die spanische Regierung der Inseln wurde er vor Gericht gestellt. Zuerst wurde er zum Exil in Dapitan in der Provinz Zamboanga del Norte (auf Mindanao) verurteilt. Dort baute Rizal eine Schule und ein Krankenhaus. Außerdem konstruierte er ein Wasserversorgungssystem für die Bevölkerung. Nach Verbüßung seiner Strafe im Jahre 1896 begehrte er zugunsten Spaniens zu dienen, ein Wunsch der ihm persönlich vom spanischen Gouverneur genehmigt wurde. Er reiste in Richtung Kuba ab, um dort als Mediziner für die spanische Armee zu arbeiten; aber dann brach die Philippinische Revolution aus. Er wurde an Bord des Schiffes in Barcelona verhaftet und auf die Philippinen zurückgebracht. Man verurteilte ihn wegen Anstiftung zur Rebellion und zum Verrat, obwohl er sich trotz persönlicher Einladungen geweigert hatte, an der revolutionären Bewegung Katipunan teilzunehmen. Zitat aus seinem letzten Brief: Herrn Prof. Ferdin. Blumentritt – Mein lieber Bruder: Wenn du diesen Brief erhalten hast, bin ich schon todt. Morgen um 7. Uhr werde ich erschossen werden, bin ich aber unschuldig des Verbrechens der Rebellion. – Ich sterbe gewissensruhig.

 

Am 30. Dezember wurde Rizal in Bagumbayan (heute Rizalplatz genannt) in Manila hingerichtet. Am Tag vor seinem Tod hatte er auf der Bestätigung seines Todesurteils die ethnische Bezeichnung „mestizo chino“ (chinesischer Mischling) herausgestrichen und durch „indio“ (Einheimischer) ersetzt und sich damit zum Volk bekannt. In der Nacht vor seiner Hinrichtung schrieb er außerdem das Gedicht „Mi último adiós“ (Mein letztes Lebewohl), das er heimlich seiner Schwester gab. Das Gedicht wurde den philippinischen Revolutionären der damaligen Zeit zur Inspiration, wurde aber auch Jahrzehnte später von indonesischen Revolutionären vor entscheidenden Schlachten gelesen.

 

Denkmäler

 

Im Rizal-Park, Manila, steht ein großes Denkmal an dem Ort, wo er erschossen wurde, das von dem Schweizer Richard Kissling geschaffen wurde, mit der Aufschrift: „I want to show to those who deprive people the right to love of country, that we indeed know how to sacrifice ourselves for our duties and convictions; death does not matter if one dies for those one loves – for his country and for others dear to him.“ (Ich möchte denen, die Leuten das Recht nehmen, ihr Land zu lieben, zeigen, dass wir in der Tat wissen, wie man sich für unsere Pflichten und Überzeugungen aufopfert; der Tod zählt nicht, wenn man für jene stirbt, die man liebt – für sein Land und für andere, die einem lieb sind.) 1972 prägten die Philippinen zu seinem Gedenken eine 1-Piso-Münze.

 

Des Weiteren gibt es in Manila, im Stadtbezirk Intramuros, die Festung Fuerza de Santiago aus spanischer Kolonialzeit, in der Rizal vor seiner Hinrichtung eingekerkert war. Die Festung beherbergt heute ein Museum, in dem unter anderem Ausstellungsstücke von und über Rizal zu sehen sind, zum Beispiel der Text des Gedichtes „Mi último adiós“ in mehreren Sprachen, auch auf Deutsch, und ein Schrein (Rizal Shrine) zu Ehren Rizals. Auch der Kerker ist noch vorhanden und kann besichtigt werden. In Dapitan City wurde am 23. April 2000 die Jose Rizal Memorial Protected Landscape eingerichtet; sie enthält das Haus, in dem Rizal in der Verbannung lebte.

 

Der 30. Dezember ist Rizal zu Ehren ein Nationalfeiertag auf den Philippinen.

 

Zwei Universitäten tragen den Namen von José Rizal, es sind die José Rizal University in Mandaluyong City und die José Rizal Memorial State University in Dapitan City.

 

Auch die Deutsche Schule Manila trug lange Zeit seinen Namen.

 

Eine Statue Rizals und Büsten seiner Weggefährten stehen auch im 1978 eingerichteten Rizal-Park in Wilhelmsfeld, Baden-Württemberg.

Zitiert aus Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Jos%C3%A9_Rizal

 


LEBENSLAUF


19.06.1861
Geburt in Calamba auf Luzón
Vollständiger Name: José Protasio Rizal Mercado y Alonso

 

1877
Immatrikulation an der Santo-Tomás-Universität Manila
Studium der Medizin und Fächern an der Philosophischen Fakultät.

 

Mai 1882
Abreise nach Spanien, der Kolonialmacht auf den Philippinen. An der Universität von Madrid Immatrikulation an der Medizinischen und Philosophischen Fakultät.

 

1884
Beginn der Arbeit an "Noli me tangere"/"Rühr mich nicht an" - ein Roman in dem er die Ohnmacht seines Volkes unter der herrschenden spanischen Kolonialmacht beschreibt.

 

Juni 1885
Promotion zum Doktor der Philosophie Abreise aus Spanien

 

Februar 1886
Nach einem Aufenthalt in Paris trifft Rizal in Heidelberg ein; dort bildet er sich in der Augenheilkunde weiter. Sein Aufenthalt in Heidelberg endet im August.

 

1887
Aufenthalt in Berlin. Hier erscheint sein erster Roman "Noli me tangere" in spanischer Sprache.
Rückkehr nach Manila, wo sein Roman v.a. in klerikalen Kreisen erhebliche Kritik auslöst. Um Verleumdungen, Provokationen und Verdächtigungen zu entgehen, verläßt Rizal im gleichen Jahr Manila wieder.

 

1891
Aufenthalt in Gent, wo sein zweiter Roman "El Filibusterismo" in spanischer Sprache erscheint.

 

1892
Rückkehr nach Manila. Rizal gründet die gewaltlose Reformbewegung "Liga Filipina". Unter der Beschuldigung, subversives Material eingeschmuggelt zu haben, lässt ihn die Kolonialregierung verhaften. Verbannung nach Dapitan auf Mindanao. Mundtot gemacht, widmet er sich ärztlichen Aufgaben.

 

1896
Ausbruch der philippinischen Revolution. Rizal wird als angeblicher Rädelsführer verhaftet und von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt.

 

30.12.1896
Rizal wird auf dem Campo de Bagumbayan in Manila erschossen.

Das Foto zeigt die tatsächliche Übergabe der Urne mit den sterblichen Überresten von Jose Rizal am 30. Dezember 1912 in der Nähe der Plaza St. Ruiz in Binondo.

 


Die Urne wurde von den Rittern von Rizal, die in der vorherigen Nacht seine Totenwache abhielten und durchgewacht hatten, begleitet.